DIW: Reallöhne seit 2004 rückläufig, Lohnquote erreicht Rekordtief

12. August 2009

Die Reallöhne der Arbeitnehmer sind seit 2004 gesunken – eine Entwicklung, die es in diesem Ausmaß nie zuvor in der Bundesrepublik gegeben hat. Die Verteilung hat sich deutlich verschoben hin zu Kapital- und Selbständigeneinkünften. Im Gegensatz zur Lohnentwicklung sind die Einkommen aus selbständiger Tätigkeit und aus Kapitalvermögen kräftig gestiegen. Die Arbeitnehmerentgelte machen folglich einen immer geringeren Teil des Volkseinkommens aus. Die bereinigte Lohnquote erreichte 2007und 2008 mit rund 61 Prozent ein Rekordtief. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Studie des DIW Berlin.

„Im internationalen Vergleich ist die Lohnentwicklung außerordentlich schwach“, sagte DIW-Experte Karl Brenke. „Dies ist umso bemerkenswerter, als sich die Qualifikation der Arbeitnehmer erhöht hat: Dies hätte eigentlich einen Anstieg der Verdienste erwarten lassen“. Eine Ursache dieser Entwicklung sieht DIW-Experte Brenke in der geringeren Verhandlungsmacht der Gewerkschaften.

Den Rest des Beitrags lesen »


Vermögen in Deutschland zunehmend ungleich verteilt

21. Januar 2009

Die Ungleichheit bei der Vermögensverteilung in Deutschland ist in den letzten Jahren weiter gewachsen. Bei Anrechnung aller Verbindlichkeiten verfügte das wohlhabendste Zehntel der erwachsenen Bevölkerung im Jahr 2007 über 61,1 Prozent des privaten Vermögens. 2002 waren es noch 57,9 Prozent.

Auf das reichste Hundertstel konzentrieren sich allein knapp 23 Prozent des Nettovermögens. Dagegen besaßen die weniger wohlhabenden 70 Prozent der Erwachsenen 2007 nur knapp neun Prozent des gesamten Nettovermögens – rund 1,5 Prozentpunkte weniger als 2002. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue, von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Untersuchung von PD Dr. Joachim R. Frick und Dr. Markus M. Grabka.

Den Rest des Beitrags lesen »


DIW: Arbeitslose Hartz IV-Empfänger nicht arbeitsunwilliger als andere Erwerbslose

23. Oktober 2008

Arbeitslose Hartz IV-Bezieher sind nicht weniger leistungsbereit als andere Arbeitslose. Dies ist das Ergebnisse einer aktuellen Studie des DIW Berlin auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP).

Seit den Arbeitsmarktreformen lassen sich die Arbeitslosen in solche aufteilen, die Hartz IV erhalten, und in solche, die Arbeitslosengeld I bekommen oder überhaupt keine Unterstützung erhalten. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im jüngsten Aufschwung fiel bei den arbeitslosen Hartz IV-Beziehern schwächer als bei den übrigen Arbeitslosen aus.

Aufgrund der gegenläufigen Beschäftigungsentwicklung bei Hartz IV-Empfängern und den übrigen Arbeitslosen stellt die Gruppe der Hartz IV-Arbeitslosen inzwischen bundesweit bereits mehr als 70 Prozent aller Arbeitslosen. In den Stadtstaaten liegt dieser Anteil oft noch darüber: „Ein hoher Anteil von Hartz IV-Arbeitslosen scheint ein Phänomen der großen Städte zu sein“, sagte Karl Brenke.

Den Rest des Beitrags lesen »


DIW: Rückhalt der Linkspartei quer durch alle Einkommensschichten

8. Oktober 2008

DIW-Studie untersucht die Anhängerschaft der „Linken“

Entgegen mancher Vermutung stellen die Autoren fest, dass der soziale Abstieg für die Unterstützung der „Linken“ keine bedeutende Rolle spielt. „Die Sympathisanten der Linkspartei befinden sich in allen Einkommensgruppen – und nicht vorwiegend unter denjenigen, deren finanzielle Situation prekär ist oder sich verschlechtert hat“, so die Autoren, Martin Kroh und Thomas Siedler vom DIW Berlin.

Hinsichtlich der Einkommensverteilung zeigt die Studie zudem, dass der Anteil der „Linken“-Anhänger in Ostdeutschland bei der gehobenen Mittelschicht am stärksten ausgeprägt ist. In Westdeutschland ist dies bei der unteren Mittelschicht der Fall. Entgegen einer gängigen Meinung findet Die Linke also nicht nur bei Geringverdienern sondern in allen Einkommensgruppen Unterstützung.

Den Rest des Beitrags lesen »