Am Jahresende 2009 haben 13,1 Prozent der Hamburgerinnen und Hamburger ganz oder teilweise staatliche Sozialleistungen zur Sicherstellung der laufenden Lebensführung bezogen. Damit lebten 232.652 Personen entweder von Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld („Hartz IV“), Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung, laufender Sozialhilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen oder Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.

Im Vergleich zu 2008 hat sich die Hilfequote für Hamburg praktisch nicht verändert. Innerhalb Hamburgs war in den Stadtteilen Rothenburgsort/Billbrook, Veddel, Harburg, und Moorburg/Altenwerder eine geringe Zunahme der Hilfequote zwischen 1,2 und 2,4 Prozentpunkten zu beobachten. In den übrigen Stadtteilen gab es nur geringfügige Veränderungen des Anteils der Sozialleistungsempfängerinnen und -empfänger an der Bevölkerung von weniger als einem Prozentpunkt.

Wie schon im Vorjahr wies der Stadtteil Veddel mit 31 Prozent die höchste Hilfequote auf. Er gehört zu den 16 Stadtteilen, in denen mindestens 18 Prozent der Bevölkerung staatliche Transferleistungen erhalten. Diese Stadtteile liegen überwiegend in einem Gürtel, der sich von den Stadtteilen Harburg und Wilhelmsburg im Süden Richtung Nordosten über Rothenburgsort/Billbrook und Horn bis nach Billstedt und Jenfeld erstreckt.
Hinzu kommen durch Großsiedlungen geprägte Quartiere wie Allermöhe und Steilshoop sowie Viertel wie Dulsberg, Lurup oder Hausbruch. Auch am westlichen Rand der Innenstadt finden sich mit Altona-Altstadt und Altona-Nord zwei Stadtteile mit hoher Sozialleistungsquote. Die meisten dieser Gebiete weisen einen überdurchschnittlich großen Anteil ausländischer Bevölkerung sowie einen Wohnungsbestand mit vergleichsweise hohem Anteil an Sozialwohnungen auf.

Im Gegensatz dazu liegt in 29 Hamburger Stadtteilen die Sozialleistungsempfängerquote unter acht Prozent. Es sind dies die Elbvororte im Westen (von Rissen bis nach Othmarschen), der Raum Walddörfer/Alstertal im Nordosten sowie die Vier- und Marschlande (ohne Allermöhe) im Südosten. Hinzu kommen die Quartiere in der Nähe der Alster (Hoheluft-West, Rotherbaum, Hoheluft-Ost, Uhlenhorst, Eppendorf, Harvestehude, Winterhude) und einige Gebiete am südlichen Stadtrand (Neuland/Gut Moor, Marmstorf, Langenbek, Rönneburg). Außerdem heben sich Niendorf und insbesondere Marienthal als relative „Wohlstandsinseln“ mit niedrigeren Hilfeempfängerquoten von ihren Nachbarstadtteilen ab.

28.174 Kinder unter sieben Jahren erhielten am Jahresende 2009 in Hamburg Sozialleistungen zur laufenden Lebensführung. Damit lebte jedes vierte Kind ganz oder teilweise von staatlicher Unterstützung. Am höchsten war die Hilfequote mit fast 54 Prozent in Veddel. Auch in den Stadtteilen Rothenburgsort/Billbrook, Dulsberg, Wilhelmsburg und Billstedt erhielt jedes zweite Kind Transferleistungen. Eine große Abhängigkeit von Sozialleistungen gab es auch in Allermöhe, Hamm-Mitte, Hamm-Süd, Hammerbrook, Lurup, Horn, Harburg, Hausbruch, Steilshoop und Jenfeld. Hier waren zwischen 38 und 50 Prozent aller Kinder unter sieben Jahren auf Transferleistungen angewiesen. Die genannten Stadtteile weisen nicht nur bei den Kindern, sondern auch in Bezug auf die Gesamtbevölkerung überdurchschnittliche Hilfeempfängerquoten auf.

Die Gebiete, in denen ein relativ geringer Anteil der Kinder Sozialleistungen bezog, entsprechen umgekehrt weitgehend jenen Räumen, in denen auch die Gesamtbevölkerung nur unterdurchschnittlich häufig Sozialleistungen bezog. Am geringsten war der Anteil der Kinder mit Sozialleistungsbezug in Nienstedten, Groß Flottbek, Othmarschen und Blankenese; dort erhielten weniger als zwei Prozent der unter Siebenjährigen staatliche Unterstützung.

Die über 65-Jährigen wiesen im Vergleich zu anderen Altersgruppen die geringste Hilfequote von 5,3 Prozent auf. Insgesamt bezogen 17 699 Seniorinnen und Senioren Ende 2009 in Hamburg Sozialleistungen für die laufende Lebensführung. Die Quartiere des Bezirks Hamburg-Mitte verzeichneten mit Ausnahme des Raumes Waltershof/Finkenwerder/Kleiner Grasbrook/ Steinwerder und des Stadtteils Hamm-Nord überdurchschnittliche Transferleistungsquoten von mehr als 7,5 Prozent. Den höchsten Wert verbuchte St. Pauli, wo 21 Prozent aller älteren Menschen auf staatliche Hilfe angewiesen waren.

Außerhalb des Bezirkes Hamburg-Mitte finden sich – sieht man von Altona-Altstadt und Altona-Nord ab – dann nur noch vereinzelt Stadtteile mit höheren Unterstützungsquoten für ältere Menschen wie beispielsweise Dulsberg (im Bezirk Hamburg-Nord), Steilshoop (Bezirk Wandsbek), Allermöhe (Bezirk Bergedorf) oder auch der Stadtteil Harburg im Süden Hamburgs.
In den Elbvororten, dem Gebiet Alstertal/Walddörfer und großen Teilen der Vier- und Marschlande, sind ältere Menschen, die auf staatliche Hilfe angewiesen sind, nur vergleichsweise selten anzutreffen.

Zum zweiten Mal sind die Ergebnisse aus verschiedenen Sozialleistungsstatistiken auf Stadtteilebene zusammengestellt worden, um die Empfängerinnen und Empfänger mit Bezug von Sozialleistungen zur Sicherstellung der laufenden Lebensführung ganzheitlich betrachten zu können. Durch eine Sonderauswertung der von der Bundesagentur für Arbeit gemäß § 53 Abs. 5 SGB II bereitgestellten pseudonymisierten Einzeldaten über Grundsicherung für Arbeitssuchende nach SGB II wurden die Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld II und Sozialgeld („Hartz IV“) über ihre Wohnadresse den Stadtteilen zugeordnet und mit den bereits auf Stadtteilebene vorliegenden Angaben der beim Statistikamt Nord geführten Empfängerstatistiken zur laufenden Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen, zur Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung und zu Regelleistungen nach dem Asylbewerbergesetz zusammengefügt.

Um die statistische Geheimhaltung zu garantieren, wurden einige aneinandergrenzende Stadtteile, die besonders wenig Fallzahlen aufwiesen, zusammengefasst. Dieses betraf besonders die Stadtteile mit geringen Bevölkerungszahlen in der Umgebung des Hafens und den Vier- und Marschlanden.

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