Thomas und Ralf haben eine Jobmesse in Hamburg-Harburg besucht – den dort betriebenen Tanz um das „Goldene Kalb“ der Lohnarbeit sehen sie allerdings eher kritisch …
Thomas und Ralf haben eine Jobmesse in Hamburg-Harburg besucht – den dort betriebenen Tanz um das „Goldene Kalb“ der Lohnarbeit sehen sie allerdings eher kritisch …
Ein Dossier des Erwerbslosenausschusses von ver.di Berlin aus dem Jahr 2006 zeigte bereits, was Ein-Euro-Jobs sind und wozu sie dienen:
Mit den Ein-Euro-Jobs ist innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten von Hartz IV ein riesiger Bereich von unentgeltlicher und ungeschützter Arbeit entstanden – Arbeit ohne Arbeitsvertrag und Arbeit bar jeglicher Rechte als Arbeitnehmer.
Der Hauptpersonalrat des Landes Berlin hat seit Beginn der Forcierung der Ein-Euro-Jobs in Berlin gefordert, dass reguläre Normalarbeitsverhältnisse statt Ein-Euro-Jobs im Öffentlichen Dienst benötigt werden. Auf Pressekonferenzen und in Veröffentlichungen wurden zahllose Fälle benannt, die zeigen, dass in den Bezirksämtern, Kindertagesstätten und Schulen im Grunde die gleichen Tätigkeiten von Ein-Euro-Kräften ausgeübt werden, die zuvor von Mitarbeitern ausgefüllt wurden, deren Stellen für überflüssig erklärt und abgebaut wurden.
In der Wochenzeitung DIE ZEIT vom 01.06.06 schreibt die Autorin Eva-Maria Thoms in einem Artikel unter der Überschrift – „Die Gratis-Konkurrenz“:
Mit den Ein-Euro-Jobs – im Amtsdeutsch »Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung« – hat der Gesetzgeber de facto ein attraktives Angebot unschlagbar günstiger Arbeitskräfte vor allem für kommunale und gemeinnützige Arbeitgeber geschaffen. Im Gegensatz etwa zu Mitarbeitern aus Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) kostet der Ein-Euro-Jobber seinen Arbeitgeber nämlich gar nichts.
Hartz-IV-Empfänger werden von den zuständigen Behörden gezwungen umsonst zu arbeiten. Und das nicht in gemeinnützigen Einrichtungen, wie zum Beispiel die Ein-Euro-Jobber, sondern in ganz normalen Unternehmen, auf ganz normalen Arbeitsplätzen, oft monatelang. In dieser Zeit kommt der Steuerzahler für den Lebensunterhalt auf. Eine der Folgen, reguläre Arbeitsplätze verschwinden. Und REPORT MAINZ hat Arbeitgeber gefunden, die von dieser Maßnahme nur zu gerne Gebrauch machen.
Mit „Die zweite Große Depression“ wird die Weltwirtschaftskrise analysiert, an deren Anfang wir immer noch stehen.
Wo ist das Geld hergekommen, das die Banken und anderen Finanzmarktinstitutionen verspielt haben? Warum kam es zur Kreditblase? Auf welchen Wegen frißt sich die Kreditkrise in die Realwirtschaft hinein? Wie schlimm kann es werden? Wie lange kann es dauern? Soll und kann man die Banken retten und wie? Wo ist der Weg aus der Krise? Welche Lehren sind für die Zukunft zu ziehen?
Die zweite Große Depression – Wo die Krise herkommt · Wo sie hinführt · Was tun?, von Joachim Jahnke
Die globale Wirtschaftskrise ist auch eine Menschenrechtskrise, die sich weiter verschärft. Sie könnte bis zu 90 Millionen Menschen in Armut stürzen.
Mit der Rezession verschärft sich die Repression, daher könnten Unruhen und politische Gewalt zunehmen, insbesondere auf dem ärmsten Kontinent Afrika, warnte Amnesty International anlässlich der weltweiten Vorstellung des Jahresberichts 2009. Der Report beschreibt die Menschenrechtslage in 157 Staaten.
„Die energetische Modernisierung von etwa 37 Millionen Wohnungen, die massive Ausweitung eines altengerechten und barrierearmen Wohnungsangebotes, die Verdoppelung des Neubaus, vor allem in Ballungszentren, die Sicherung tragbarer Mieten und die Fortführung integrierter Stadtentwicklungskonzepte werden die wichtigen und prägenden Themen in den nächsten zehn Jahren sein“, erklärte der Präsident des Deutschen Mieterbundes (DMB), Dr. Franz-Georg Rips, auf einer Pressekonferenz in Berlin.
Er forderte einen ‚Wohnpakt 2020’, über den sich die Politik diesen Herausforderungen stellen soll. „Dazu gehören die Definition klarer Zielvorgaben, die Bestimmung eines ordnungspolitischen Rahmens und die Schaffung finanzieller Anreize. Bis zum Jahr 2020 werden nach unserer Schätzung 30 Milliarden Euro benötigt. Sie wären auf jeden Fall gut angelegt. Solche Investitionen schaffen und sichern ortsnahe Arbeitsplätze und führen zu Steuereinnahmen.“
Die Krise am Arbeitsmarkt ist voll da
Joachim Jahnke
Nun kommt die Weltwirtschaftskrise immer mehr am deutschen Arbeitsmarkt an. Die Leiharbeiter fliegen als erste aus den Jobs (-21,6 %). Die Zahl der Kurzarbeiter ist bereits bis zu den letzten Zahlen vom März auf 1,25 Millionen stark angestiegen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften fällt deutlich.
Gegenüber April stieg saisonbereinigt die Arbeitslosigkeit weiter deutlich an, wenn man die nicht mehr mitgezählten von Dritten betreuten Arbeitslosen einrechnet. Der Beschäftigungsaufbau brach auf negative Werte ein.
Zum vollständigen Artikel: Informationsportal Globalisierung
Wirtschaftskrise und Arbeitsmarkt: Welche Politik braucht Hamburg jetzt?
Dienstag, 9. Juni 2009
17.00 – 18.30 Uhr
Dorothee – Sölle – Haus, Raum 9, Erdgeschoß
Königstraße 54, Hamburg – Altona
2007 und 2008 wurden gerade auch in Hamburg als Jahre des Aufschwungs am Arbeitsmarkt charakterisiert. Im Herbst und Winter 2008 wurde die Frage gestellt, welche Folgen die Finanzmarktkrise in anderen Wirtschaftsbranchen hat. Die ersten Arbeitsmarktstatistiken 2009 zeigten steigende Zahlen von KurzarbeiterInnen und Erwerbslosen. Deutschland ist in eine Rezessionsphase gerutscht. In den anderen EU-Staaten sieht die Situation nicht besser aus. Was bedeutet die aktuelle Krise und der damit verbundene Abschwung für den Hamburger Arbeitsmarkt und die Hamburger Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik? Zerplatzt der Traum von der immer weiter wachsenden Metropole?
Vermittlungsgespräche in Arbeitsagenturen folgen oft einem einfachen, standardisierten Schema. Das gilt insbesondere für die „Erstberatungsgespräche“ der Arbeitnehmer, die sich vor Beginn ihrer Arbeitslosigkeit bei ihrer Agentur für Arbeit melden müssen. Die Arbeitsvermittler sollen sich dabei an ein zentral vorgegebenes Ablaufschema und Gesprächsraster halten. Darin bleibt kaum Raum, die individuellen Voraussetzungen, Probleme, Bedürfnisse und Erwartungen der Rat- und Hilfesuchenden aufzugreifen.
Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Untersuchung.* In der Praxis gelingt es einem Teil der Vermittler dennoch, sich individuell mit Bedürfnissen und Fähigkeiten ihrer „Kunden“ zu befassen.