In der Tarifauseinandersetzung um einen Tarifvertrag zwischen der AWO und ver.di fordert die Gewerkschaft die Übernahme des Tarifabschlusses für den Öffentlichen Dienst.
Die Arbeiterwohlfahrt, Landesverband Hamburg e.V., hat Vorschläge vorgelegt, die auf eine erhebliche Verschlechterung der Arbeitsbedingungen, Arbeitszeit, Jahresurlaub und Bezahlung für die rund 700 Beschäftigten bei der AWO in Hamburg hinauslaufen.
„Im Vergleich zu den bisherigen Verträgen und dem Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst stellen diese Vorschläge eine deutliche Veränderung nach Unten für die Kolleginnen und Kollegen dar“, kommentiert Sigrid Ebel, zuständige ver.di-Sekretärin.
Von den Verschlechterungen betroffen sind insbesondere die Beschäftigten in den Kindertagesstätten. Außerdem betreibt die AWO Hamburg Einrichtung für Kinder und Jugend, Erholung und Gesundheit, Beratung von Flüchtlingen und ausländischen Mitbürgern.
In den Tarifverhandlungen hat die Geschäftsführung damit gedroht, die Bereiche Reinigung und Küche in den Kindertagesstätten in ein eigenes Unternehmen auszugliedern und darüber die Gehälter abzusenken. „Die Küchen in den Kindertagesstätten arbeiten nachweislich kostendeckend und die Geschäftsführung hat in den Tarifverhandlungen bisher keinen Nachweis vom Gegenteil vorgelegt“, so Ebel.
Gerade Einrichtungen in der Größenordnung wie die AWO Hamburg profitieren von der Pauschalisierung der Finanzierung in den Servicebereichen.
„Und warum soll dann ausgegliedert und Kostensenkung betrieben werden“, fragt Ebel. „Auf Grund von Drohungen werden wir nicht von unseren Forderungen abweichen.“
Laut Gewerkschaft kann es nicht widerspruchslos hingenommen werden, wenn einerseits der Bildungsanspruch in den Kindertagesstätten immer wieder betont, andererseits aber die Beschäftigten so schlecht bezahlt werden, dass damit der Beruf und das Arbeitsfeld völlig unattraktiv gemacht werden.
„Durch viele Äußerungen und Verhaltensweisen der Geschäftsführung des AWO Landesverbandes in Hamburg fühlen sich die Beschäftigten nicht ernst genommen und erfahren nicht die notwendige Wertschätzung ihrer Arbeit“, kritisiert Ebel. ver.di fordert den AWO-Vorstand auf, die Qualität der Einrichtungen zu erhalten und die einseitige Sparpolitik der Geschäftsführung zu verhindern.
Ebel weiter: „Gegenüber anderen Trägern von Kindertagesstätten in Hamburg, beispielsweise den ASB-Kitas oder beim Hamburger Schulverein, versucht die AWO sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. So lehnt die AWO die Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband AVH kategorisch ab und verhandelt nun im Rahmen eines eigenen Arbeitgeberverbandes der Arbeiterwohlfahrt.“
Die Tarifverhandlung am 12. September beginnt um 11.00 Uhr im Gewerkschaftshaus am Besenbinderhof.
„Wir haben die Beschäftigten und ver.di-Mitglieder der AWO zu einer Protestkundgebung vor Beginn der Verhandlung aufgerufen. Die Arbeitgeber sollen wissen, was die Kolleginnen und Kollegen zu ihrer ablehnenden Haltung sagen.“
Die Aktion findet statt am 12.9.2008 um 10.30 Uhr vor dem
Eingang des Gewerkschaftshauses, Besenbinderhof 60, 20097 Hamburg.






