In der Bauer Verlagsgruppe haben zwei Betriebsratsmitglieder ihre Kündigungsschutzverfahren gewonnen: Am 28. Mai und am 3. Juni entschied das Hamburger Arbeitsgericht, dass Elke Touba und Andreas Grell, beide in der Schlussredaktion von TV Movie tätig, weiterbeschäftigt werden müssen.
Die Heinrich Bauer Programmzeitschriftenverlag KG hatte ihnen Ende Januar 2008 gekündigt, weil ihr Ressort angeblich geschlossen wurde. Der Sonderkündigungsschutz sei in diesem Fall nicht mehr wirksam, hieß es zur Begründung, und eine Weiterbeschäftigung nicht möglich. Das sah das Arbeitsgericht anders und entschied nun zugunsten der beiden Betriebsratsmitglieder.
Betriebsrats- und Konzernbetriebsratsvorsitzende Kersten Artus erklärte: „Das ist ein Meilenstein für die Mitbestimmung in unserem Haus. Hier werden am laufenden Band Betriebsräte durch Ausgliederungen und Betriebsumstrukturierungen zerschlagen – mit den Kündigungen sollte nun die Interessenvertretung bei der erfolgreichsten Verlagssparte des Konzerns, der Programmzeitschriften, geschwächt, wenn nicht sogar zerstört werden. Die beiden Entscheidungen machen allen Betriebsräten bei Bauer in Hamburg Mut, sich weiterhin zu engagieren.“
Eva Schleifenbaum, zuständige ver.di-Sekretärin, begrüßt die Entscheidung des Gerichtes: „Mit dieser Entscheidung wurde der Politik des Bauer-Verlages, das Haus Gewerkschafts- und Betriebsratsfrei zu machen, ein dicker Riegel vorgeschoben.“






